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Nachdem ich in den letzten Wochen hauptberuflich Sklave meiner Assignments (und meiner unfreiwilligen stimmlichen Darth Vader - Imitation) war, steht diese Woche unter einem - nun ja, nicht völlig, aber immerhin teilweise - anderen Stern. Zu verdanken hab ich das dem Umstand, dass ich am Samstag überraschend mit meiner Text Critical Analysis fertig geworden bin. Natürlich braucht das Ding noch Überarbeitung (muss mal wieder kürzen wie bekloppt), aber es kann nicht schaden, es ein, zwei Tage ruhen zu lassen, nur um dann geschockt festzustellen, was man da wieder für nen Scheiß verzapft hat. Nein, also, es gibt immer noch viel zu tun; ich arbeite am letzten Assignment für Dezember und sammle fleißig Literatur für meinen 3000 Horroressay für Januar, ich lass also meine Seele nicht wirklich baumeln.
Aber: ich gönne mir in dieser Woche vermehrt Durchatmer. Heute hat das schon begonnen, als ich mich vor meiner Vorlesung spontan mit Ester auf nen Kaffee getroffen und geplaudert hab. Wollen am Freitag den Weihnachtsmarkt unsicher machen und am Wochenende Esters Weihnachtseinkäufe erledigen. Mit Alizé gehts dann am Donnerstag in unsere Stammkneipe und danach ins Kino und morgen, ja morgen geh ich mit Amy und Natalie gepflegt ins Kro Mittagessen. Irgendwie müssen wir die zwei Freistunden vor unserem 3h-Mörderpflichtseminar ja rumkriegen und wir haben heute einstimmig beschlossen, dass uns die Bibliothek mal kreuzweise kann. Es tut gut, mal rauszugehen und durchzuatmen, selbst wenn es nur für 1, 2 Stunden und in Gesellschaft oder allein ist. Am gestrigen überraschend sonnigen Sonntag hab ich nen zweistündigen Spaziergang durch Manchester aufs Parkett gelegt, nur um n bisschen Sonne zu tanken und durchzuatmen. Es tat gut, der Kopf war nachher frei, und ich hab abends noch genug Arbeit erledigt bekommen. Natürlich ist bei solchen Aktionen immer das schlechte Gewissen an Bord, das nachhakt: "Solltest du jetzt nicht lieber A lesen und an B schreiben?", aber wenn die Luft raus und der Kopf dicht ist, geht die Arbeit schleppend voran, weswegen eine Pause unterm Strich ab und zu ok ist.
Heute hat uns Mona erste prophetische Mitteilungen für unsere ersten Essays beigebracht. Mit einem nicht ganz verhohlenen hämischen Grinsen meinte sie, hart bewertet zu haben, aber es sei ja zu unserem Besten. Ja klar, lass den Kurs durchrasseln, damit wir wissen, dass wir unfähige Idioten sind. Sie meinte dann noch in einem mehr oder weniger gelungenen Versuch der Ermutigung, dass wir uns besser geschlagen hätten als der letztjährige Kurs, aber was das zu bedeuten hat, weiß mal wieder keiner. Kann ja sein, dass im letzten Kurs alle durchgefallen sind und diesmal sinds nur 95% oder so. Ja, ich bin mal wieder optimistisch. Natalie, Amy und ich haben heute schon Witzchen gerissen, aber so richtig nach Lachen ist uns allen nicht zumute. Na ja, das Ding geht am Freitag zum Zweitkorrektor und dann warten wir noch mindestens 2 weitere Wochen auf ein konkretes (aber provisorisches) Ergebnis.
Sich verrückt zu machen bringt sicher wenig, weil wir am Ergebnis eh nix mehr ändern können, aber ein Unwohlsein lässt sich nicht von der Hand weisen.
Nun denn, so viel von meiner Warte. Morgen wartet ein sehr langer Tag auf mich und ich will noch ein bisschen Lesestoff erledigt wissen. Hoffe, ihr seid gut in die Woche gestartet!
Stoffi
Jawohl, denn meine hat sich schon stark verfrüht in den Weihnachtsurlaub begeben, wie es scheint. Ich kann mich noch artikulieren, so schlimm ist es nicht, aber ich klinge ein bisschen wie die Kreuzung zwischen Darth Vader und Saurons Mund. Habe heute so wenig wie möglich geredet, was wirklich schwierig ist, wenn man in Literary Translation mit jemandem wie Lorri und Helen zusammensitzt. Hab aber so gut es ging abseits des Kurses die Klappe gehalten und mit Emma über Flüstercodes und Zeichensprache kommuniziert. Es geht mir ansonsten gut, nur die Stimme ist halt total im Eimer. Fragt mich nicht, woher das kommt, auf Karaoke am Dienstag hab ich ja freiwillig verzichtet. Ich hoffe mal, das hat sich morgen wieder ein wenig gebessert, wenn ich mich abends mit den Mädels auf den ersten Weihnachtsstarbucks-Kaffee der Saison und dem anschließenden "Christmas Carol" im Kino treffe. Ansonsten müssen die Hühner halt das Quatschen übernehmen und ich weise nicken und ab und an ein "Exactly" hinein krächzen.
Uni ist für diese Woche abgehakt, dafür wird nächste Woche umso bescheidener. Hab Dienstag ein dreistündiges Seminar zu "Professional Development" und versuche noch herauszufinden, ob wir uns drumherum drücken können. An sich sind die Seminare eine gute Idee, nur steht für Dienstag ein Vortrag über Dolmetschen in Chinesisch an...und ich mach weder das eine noch das andere. D'oh. Muss mal schauen, ob das Pflicht ist. 3 Stunden frei haben oder nicht ist schon ein Unterschied und es zählt wirklich jede Stunde, in der ich arbeiten kann. Und weil das noch nicht genug ist, will Luís am Mittwoch ne Doppelsitzung einberufen. Stört aber weniger, weil es a) meine Wartezeit auf Academic Writing verkürzt und b) relevante Infos für das zweite Assignment preisgibt, was gut ist, weil ich das dann auch schon in Angriff nehmen kann. Bevor mir die Gedanken an nächste Woche die Laune verderben können, freue ich mich auf ein etwas ruhigeres Wochenende, das ganz im Zeichen meiner kritischen Textanalyse stehen wird. Das Ding geht relativ gut von der Hand, ich hoffe nur, es ist das, was Morven von uns erwartet.
Derweil waren meine Kurse rar besucht diese Woche. Entweder waren viele krank oder schoben Panik wegen der morgigen Deadline für 2 Assignments, die ich am Mittwoch eingereicht hab. Es ist auf eine gewisse Art und Weise "beruhigend" zu sehen, dass man nicht die einzige Person ist, die im Stress ist und andere das auch nicht alles aus dem Ärmel schütteln. Letzten Endes sind wir aber alle allein, wenn's um die Noten geht...ah, ich will gar nicht dran denken. Natalie und ich haben schon finstere Prognosen erstellt.
Ich hab heute eine Entdeckung gemacht, von der ich recht begeistert bin. Ich schau hier selten TV, weil ich hier ohnehin keinen Fernseher hab und höchstens übers Netz ein paar Serien schauen könnte, die sie auf den Sendern freischalten. Aber Dank Alizé bin ich auf "Flash Forward" gestoßen, eine Serie, die seit Ende September bei den Amis läuft. Für alle, die es interessiert, hier ein kleiner Abriss: Mitten am Tag erleben alle Menschen weltweit einen zeitgleichen Blackout von 2 Minuten und 17 Sekunden, in dem sie sehen, was in einem halben Jahr sein wird. Als alle aufwachen, regiert natürlich das Chaos, Verkehrsunfälle, Flugzeugabstürze, Unfälle während der Blackouts, etc. Das FBI versucht Ursachen des Phänomens zu ergründen, indem es ein Netzwerk der Blackout-Visionen erstellt und kommt nach und nach einer irrwitzigen Verschwörung auf den Grund. Ich hab bisher erst die ersten beiden Folgen gesehen, aber ich muss sagen, ich bin begeistert. Eigentlich bin ich kein Seriengucker, aber dieses Exemplar hat mein Interesse geweckt. Natürlich muss ich aufpassen, dass ich jetzt nicht zum Dauerglotzer verkomme, aber ab und an ist eine Episode als Belohnung drin. Weiß nicht, ob es in Deutschland irgendwann im TV kommen wird, online kann man über "SurfTheChannel" das amerikanische Original bewundern.
Nun denn...ich widme mich dann mal wieder meiner Alice-Analyse und schau mal, wie weit ich heut noch komme. Nach schlafarmen Nächten sollte ich heute mal früher das Bett anpeilen und versuchen durchzupennen. Ausschlafen wirds zwar nicht, aber vor 8 haut mich mein Wecker nicht aus den Federn.
Haltet durch, das Wochenende steht vor der Tür! Ihr müsst es nur noch reinlassen.
Stoffi
Eigentlich könnt ich ja mit der Einstellung an den Tag gehen, dass heut Feiertag ist und ich rechtmäßig die Hufe hochlegen darf, aber ich glaube, damit würde ich mir nur ins eigene Fleisch schneiden. Die erste Uniwoche ist seit Donnerstag rum (Freitag hab ich zum Glück auch frei, um alles aufzuarbeiten, was unter der Woche liegen geblieben ist) und ich sitze fleißig an meiner ersten zu zensierenden "Hausaufgabe", ihr wisst schon, der "hypothetische" Essay mit der dicken Bibliographie. Ich halte mich aber nicht schlecht, will ich meinen, sitze gerade an meinem achten Kommentar, theoretisch "müsste" ich dann nur noch 2 schreiben, aber ich war emsig genug, 13/14 Werke rauszukramen, weswegen ich für die auch noch was zusammenschustern muss. Aber es geht ganz gut voran, bis zum 30.10. muss ich's fertig haben. Mag ja weit weg genug erscheinen, aber wenn ich sehe, wie die letzten Tage davongerast sind, verlass ich mich mal lieber nicht auf mein Zeitpolster. Zumal basierend auf meine Bibliographie ein Essay geschrieben werden will, der nur ne Woche später eingereicht werden muss. Immerhin sind's "nur" 1,000 Wörter und sobald ich die Biblio fertig hab, setz ich mich daran. Wäre alles viel schöner, wenn's nicht so staubtrocken wär.
Eine willkommene Abwechslung bieten da meine beiden praktischen Kurse. Ich hab mir ein Buch zu Audiovisual Translation gekauft, in der eine DVD steckt, mit deren Hilfe man vorab n bissl Subtitling üben kann. Ist wirklich lustig. Und "Literary Translation" scheint das zu werden, was mir am meisten Spaß macht. Darf mir nen Roman aussuchen und nen Auszug draus übersetzen, eine Aufgabe, auf die ich mich schon freue. Hab mir auch schon ein Exemplar ausgeguckt, von dem es noch keine deutsche Übersetzung gibt. Muha. Die Tutorien scheinen in dem Kurs lockerer auszufallen. Haben nur 4 im ganzen Semester, zwei "Gruppentutorien" und zwei individuell für uns. Wird alles in der nächsten Woche ausgekaspert. Immerhin hab ich noch 2 Engländerinnen in meiner Gruppe, glaub ich. Auch wenn die natürlich vom Deutschen ins Englische übersetzen. Mal sehen, wie die das dann in der Praxis machen.
Abseits der Uni passiert nicht viel; Tina, Emma und ich treffen uns täglich in der Küche und jammern uns gegenseitig die Ohren voll, bzw. motivieren uns. Sieht so aus, als wäre in dieser Woche keiner sonderlich eifrig, wegzugehen; alle verstecken sich in ihrem Zimmer und arbeiten an ihren Projekten. An der Uni hab ich ein paar neue Leute kennen gelernt, Cybill und Lorrie (ja, wie der LKW, nur ohne Y) sind sehr nett und aufgeweckt. Irgendwie tendiere ich dazu, kursintern mehr mit den Briten zu tun zu haben, obwohl die anteilsmäßig eher rar gesät sind. Haben Unmengen an Polen und Asiaten und die tendieren dazu, sich zu Gruppen zu horten, um ihre Muttersprache zu sprechen *Braue heb* Hab ich schon erwähnt, dass ich froh bin, die einzige Deutsche im Kurs zu sein?
Gestern hat uns dann noch eine mittelschwere Katastrophe ereilt - die Waschmaschine ist gerad so ziemlich im Arsch und findet es ungemein lustig, ein halbes Programm laufen zu lassen und dann zu stoppen - natürlich ohne das Wasser ablaufen zu lassen. Emma war gleich ganz panisch, dass sie das Ding kaputt gemacht haben könnte, weil das ausgerechnet mit ihrer Wäsche passiert ist, aber Louise und ich haben sie dahingehend beruhigen können. Montag kommt dann wohl wer rum, um sich das anzuschauen, ich weiß nur noch nicht, ob ich dann anwesend bin, weil ich vor der Uni (16 Uhr) noch ins Sugden tüdeln wollte und auch werde. Aber sollte kein Problem sein. Die haben nen Schlüssel und pflegen auch immer Warnungen auszurufen, wenn sie den Flur betreten, sodass wir nicht auf die Idee kommen, nackig in die Küche gelaufen zu kommen. Jedenfalls hoffe ich, dass das Problem schnell behoben werden kann. Waschen könnte ich zwar in einer der anderen Wohnungen, aber ich hab ehrlich gesagt keine Lust, meine Sachen in ner fremden Wohnung zu wissen, bzw. in der dortigen Küche zu hocken und zu warten, bis mein Kram sauber ist. Noch hält sich der Berg Schmutzwäsche in Grenzen, aber Mitte nächster Woche wollte ich schon gern ne Ladung waschen.
Ich setz mich jetzt weiter an meine Kommentare, schaue dann mal, wie viele Wörter mein geplanter Übersetzungstext umfassen wird (die haben hier schrecklich strenge Regeln, was Wortzahlüberschreitung angeht) und schaue mir heute Abend zur Belohnung "Sleepy Hollow" an. Irgendwie ist mir danach, auch wenn Halloween ja noch ein Stück weit entfernt ist. Gott sei Dank, sonst käme ich in echte Schwierigkeiten, weil ich meine Bibliographie fertig haben müsste. Nun denn, ich hoffe, ihr habt ein arbeitsärmeres oder lustigeres Wochenende; morgen mach ich auch mal ne Pause und geh mit Ester Kaffee trinken und kostenlosen Kuchen abstauben.
Passt auf euch auf!
Stoffi