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Dienstag, 27. Oktober 2009

Himmelhoch jauchzend...


Na ja, zu Tode betrübt vielleicht nicht gerade, aber mein Selbstbewusstsein übt sich momentan im Hochseiltanzen und drohte schon mehrfach in den letzten Tagen abzustürzen. Was passiert ist? Uni ist passiert *lach* Die erste Deadline rückt unausweichlich näher; am Freitag muss ich meine Bibliographie einreichen. Mein ganzer Kurs steht Kopf, alles wuselt wie aufgebrachte Hennen durcheinander, jedes zweite Wort ist "Essay" oder "Bibliography", manch einer ist noch nicht mal halb fertig mit der Arbeit, andere haben noch kein Essaythema für nächste Woche, wieder andere fluchen, weil die Bibliothek ein einziges Tollhaus ist...zumindest Letzterem muss ich zustimmen. Wenn man den Bibliothekskatalog wälzt und einige Bücher mit dem Status "available" angezeigt bekommt, heißt das noch lange nicht, dass das Buch auch an seinem angestammten Platz zu finden ist. Entweder ist es im Regal verstellt oder aber auf einen anderen Trolley geparkt worden, oder aber manche Kackbratzen von Kommilitonen finden es witzig, Bücher zu ihrem eigenen Zweck zu verstecken, sodass sie kein anderer ausleihen oder einfordern kann. Das Personal sucht sich dann natürlich dumm und dämlich, kann aber auch nicht mehr machen, als eine "Vermisst" - Meldung auszuschreiben. Nur kann ein Buch dummerweise nicht fernschauen oder mal eben zur Informationstheke rübergehoppelt kommen.

Es ist ein einziges Chaos und jeder macht den anderen noch verrückter, als er ohnehin schon ist. So geschieht es gerade mit mir. Ich weiß, ich hab die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erledigt, ich weiß, es wird nichts Herausragendes bei rumkommen, aber je mehr sich die Leute um mich herum den Kopf zerbrechen, umso mehr Angst bekomme ich, dass ich's versaue. Ich will's nicht verhauen, auch wenn Morven zehnmal sagt, dass das erste Assignment auch mal ein Griff ins Klo sein kann, weil die Wertung nicht so gewichtig ist wie die späterer Arbeiten...aber trotzdem kann man ruhiger schlafen, wenn man weiß, woran man ist. Hier weiß ich nicht, was von mir erwartet wird. Ob ich den Standards gerecht werde. Das Schlimmste allerdings ist, dass wir bis zu 5 Wochen auf unsere Ergebnisse warten müssen. Zu dieser Zeit stehen schon die nächsten Assignments vor der Tür, sodass wir Feedback nicht einmal richtig verwerten können...es ist frustrierend und beängstigend. Allem voran aber ermüdend, sich von einem Assignment zum nächsten zu schleppen und keinen einzigen Tag verstreichen zu sehen, an dem man mal nicht auch nur an Uni GEDACHT hat.

Nächste Woche ist Reading Week, also keine Lehrveranstaltungen in Sicht. Allerdings werde ich beide Hände voll mit meiner Audiovisual Translation Hausaufgabe zu tun haben, die ich morgen bekomme. Amy und ich beten ja für nen Clip aus "Friends", den wir untertiteln dürfen. Irgendwas Lustiges wäre schön, dazu hab ich jede Menge Recherchematerial dank meines Essays. Morgen bekomme ich dann endlich das Thema und dann setz ich mich auch gleich dran. Was meinen Kommentar zu Literary Translation angeht, bin ich noch nicht wirklich schlau geworden...wir sollen eine fiktive Publikationssituation darstellen und anhand derer erklären, wie wir den von uns selbst ausgewählten Romanausschnitt übersetzen wollen, bzw. übersetzt haben. Irgendwie klingt das alles recht schwammig. Erhoffe mir erhellende Informationen am Donnerstag.

Zum Glück bin ich gerad nicht die Einzige, die gerade schreiend im Kreis laufen möchte. Emma hat heute ihren offiziellen Scheißtag. Erst wird die Bestellung ihrer Kamera gecancelt, die sie dringend für ihren Kurs benötigt, dann fällt ihre Mitfahrgelegenheit nach Hause aus, sodass sie ihre Familie nächste Woche nicht besuchen kann, und zu allem Übel haben ihr wohl ein paar Knalltüten auf einer gestrigen Party übel mitgespielt. Weiß schon, warum ich mich mit dem Lumpenhaufen von nebenan nicht wirklich gern rumschlage. Ein Altersunterschied von 4 Jahren kann manchmal immense Auswirkungen haben. Mit Alizé will ich diese Woche unbedingt noch weggehen. Wohin, weiß ich nicht. Vielleicht was trinken und dann zu Tim Burtons neuem Film "9" ins Kino, der klang vielversprechend. Auch wenn ich mir keine wirkliche Auszeit leisten kann, könnten ein paar Stunden, um auf andere Gedanken zu kommen, nicht schaden.

Donnerstag hat übrigens Tina Geburtstag und Emma am Freitag. Beide sind nicht wirklich in Feierlaune. Werde ihnen trotzdem jeweils nen Muffin mit bunter Geburtstagskerze spendieren.

Hoffe, es geht euch gut, wer auch immer hier noch mitliest und mein Gejammer erträgt!

Stoffi

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Irrungen und Wirrungen


Ich mag meinen Programme Director. Wirklich, ich hab ihn gern. Er ist umgänglich, lustig, kompetent, aber irgendwie sehr wirr im Kopf, wie mir scheint. Es ist nicht nur so, dass er Hausaufgaben doppelt aufgibt oder völlig verkehrtes Kursmaterial austeilt (das er dann auch noch so kopiert hat, dass man die Hälfte nicht lesen kann, und das er aneinander getackert hat, dass man Archäologe sein muss, um ne kohärente Struktur in dem Wust aus Papier entdecken zu können), nein, er gibt auch noch verwirrende Informationen von sich. Heute gings darum, dass wohl mein Literary Translation Kurs auf ne andere Zeit verschoben wird, weil's ein Dilemma mit der Raumverteilung gegeben hat. Luis meinte, es wäre 10-11 Uhr anstatt 14-15, und wir sollten doch bitte entsprechende Anmerkungen für die donnerstäglichen Technik-Tutorien machen, wann wir NICHT kommen können, damit der uns nicht in Gruppen steckt, die wir ohnehin nicht besuchen können. Gesagt, getan, ich schreib also rein 10-11, weil ich sicher bin, dass die Info von Luis stimmt; komme heim, checke e-Mails und sehe, dass Luis gestern Abend ne Mail mit der Info rumschickte, dass der Kurs jetzt auf 11-12 verschoben wurde. Ja was denn nun? Ich hab vor 2 Stunden ne Mail an Luis und auch Siobhan (meine Dozentin für LT) rumgeschickt, um nu zu wissen, wann ich denn morgen auf der Matte stehen muss, aber bislang hat sich keiner gemeldet. Ich bin verwirrt und ich hasse es schon wieder. Falls mir keiner der beiden schreibt, werd ich wohl den Infos Folge leisten, die er gemailt hat, dann hab ich wenigstens schriftliche Beweise für die Verschiebung. Es nervt dennoch. Was, wenn denen mal so n Ausrutscher für Prüfungsdeadlines passiert? Dann ist es wieder der doofe Student, der's ausbaden darf.

Dann hatte ich heute Academic Writing und weiß noch nicht, was ich schlimmer finden soll - dass der Raum keine Heizung besitzt und man am besten den Mantel anbehält, oder dass mich der Unterrichtsstil der Dame sehr an Waldorfschule erinnert hat. "Bildet Gruppen", "Puzzelt eine Essaystruktur aus meinen Papierfetzen zusammen" oder "Sucht einen Partner und diskutiert" waren nur ein paar Beispiele...hm...ich weiß nicht, was ich erwartet hab und die Dozentin ist auch wirklich nett...aber 1 1/2 Stunden so ne Zwangspädagogik aufgedrückt zu bekommen erfüllt mich mit Widerwillen. Ich denke, ich kann von dem Kurs lernen und viel mitnehmen, aber ich hoffe doch, dass dieses "Arbeitet in Gruppen und fasst euch dabei an den Händen" nicht zu oft vorkommt. Bis Freitag (!) sollen wir zudem ne Kostprobe unserer akademischen Schreibkünste einsenden zum Thema "What is translation?". Na ja, sitze gerade dran, weil ich morgen DEFINITIV was mit meinem Essay machen will und meine Zeit nicht mit so nem Schnickschnack verschwenden möchte. Das ärgert mich echt. Ich hab ohnehin wenig Zeit und dann kommen die mir noch mit so nem Kurs an. Argh!

Lichtblick ist morgen definitiv der Kinoabend mit Julia. Hat mich eben angerufen und gemeint, dass Sherry auch kommen mag, Nabeera wusste es noch nicht so genau. Irgendwie wird die ständig von ihren Verwandten abgeholt und darf wohl abends nicht allein heim gehen oder so. Keine Ahnung. Aber morgen Abend ist fix und ich freu mich, mal wieder raus zu kommen, auch wenn mich dann jedes Mal das schlechte Gewissen plagt "jetzt hätteste was für die Uni machen können". Aber ich denke, mit der Bibliographie bin ich an sich durch. Ich hab das Thema abgeändert, hier und da was ergänzt und denke, es könnte so funktionieren. Wissen kann ichs natürlich erst, wenn ichs abgebe, aber es tut gut, zu wissen, dass man was geschafft hat.

Ich setz mich jetzt an den Pseudo-Essay, hoffe, dass mir Luis oder Siobhan schreiben und wälze dann Sekundärliteratur für den richtigen Essay. Oh Freude.

Wenigstens hats heut nicht geregnet, auch wenn es arschkalt war. Uh...werd morgen wohl meinen dickeren Schal umwickeln, hier hustet alles und ich mag mich ungern anstecken. Bleibt gesund und munter. Wir lesen uns!

Cheerio!

Stoffi