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Montag, 1. März 2010

Im Märzen der Bauer...


...die Rösslein anspannt. Keine Sorge, ich verschone euch mit meinem schrecklichen Gesang und einem ellenlangen Blogeintrag zum Montagmorgen. Aber es ist mir schon eine Extranotiz wert, dass der März da ist und mit ihm im Gepäck strahlender Sonnenschein in Manchester. Da hab ich doch trotz beschissener Nacht (nie wieder Kaffee nach 17 Uhr, das sollte mir eine Lehre sein...und vielleicht sollte ich mich wirklich auf Laktoseintoleranz testen lassen *grummel*) ekelhaft gute Laune. Na mal sehen, ob das anhält. Die Zeichen dafür sehen vielversprechend aus, zumal ich heute von einem langweiligen Seminar vonseiten Siobhans verschont werde, da Morven heute dran ist. Juhu! Keine zerebralen Einschlaferscheinungen von 16-17 Uhr. Aber bis dahin ist es noch ein Stückchen hin und es gibt noch genug zu erledigen: Sporteln, anschließend Bibliothek, Unikram und Unikram und Unikram.

Was dann dieser Blogeintrag soll? Nun, eigentlich wollte ich nur den März und mit ihm den meteorologischen Frühlingsanfang willkommen heißen. Und das geht am besten mit einem neuen, farbenfrohen Gewand, oder? Hoffe, es gefällt euch. Ich bin auch schon wieder weg, es gibt viel zu tun! Startet gut in die neue Woche!!

Eure Stoffi

Sonntag, 17. Januar 2010

Lonely Weekend


Zur Einstimmung auf den heutigen Blogpost serviere ich einmal mehr musikalische Untermalung: Lonely Weekend, ja das passt gerad symptomatisch auf meine Situation. Es ist nicht so, dass ich hier keinen kennen würde, nur eher so, dass alle, die ich kenne, gerade vor Prüfungsstress ausflippen. Wohin man schaut, überall rauchen die Köpfe. Und selbst meine Kommilitonen, die wie ich keine schriftlichen Prüfungen vor sich haben, schieben gepflegte Panik wegen der morgen einzureichenden Assignments, die stellenweise noch nicht mal fertiggestellt sind. Hm. Ich habs schon eingereicht und kann eine ruhige Kugel schieben, aber alleine macht das nun mal nur begrenzt Spaß. Quatsche zwar die ganze Zeit mit Amy über facebook und schreibe fleißig Mails, auch mit Emma hab ich ein langes Pläuschchen in der Küche abgehalten, aber so richtig das Wahre ist das auch nicht. Da hab ich schon mal Zeit und kann mich trotzdem nicht so richtig amüsieren. Sollte ich mich jemals wieder über zu viel Arbeit und Stress beschweren, erinnert mich bitte an diese (hoffentlich nur von kurzer Dauer seienden) Langeweile.

Das Dumme ist, dass ich noch nicht mal Vorbereitung für Semester 2 starten kann, weil's keiner auf die Reihe bekommt, Course Outlines online zu stellen (obwohl ich jetzt so ziemlich alle angeschrieben hab, die an unserer Fakultät unterrichten). Nun ja, ich hoffe, das gelingt denen im Laufe der kommenden Woche. Es ist wirklich dämlich, wenn ich zwei Wochen mit Nichtstun zubringe und dann der Stress wieder geballt auf mich zugerollt kommt. Argh! Immerhin liebäugle ich schon mal mit einem Thema für meine Abschlussarbeit. Bevor ich mich dahingehend jedoch in Arbeit stürzen kann, muss ich mich noch einmal mit Luís absprechen.

Zurzeit herrschen hier mit 7°C frühlingshafte Temperaturen, der Schnee ist fort (zum Glück, denn hier kann man den wirklich nicht genießen!), die Vögel zwitschern morgens und ich hab heut sogar die Sonne gesehen, als ich mich mit meinem Rucksack aufmachte, Manchester zu erkunden...äh...nun, nicht ganz. Hab nun die letzten Vorräte aufgestockt und sollte es für nächste Woche nicht nötig haben, wegen größerer Erledigungen die Supermärkte aufzusuchen.

Morgen geht's dann früh raus; hab Amy versprochen, ihr bei ihrem Assignment zu helfen, weil sie da von der technischen Seite her wohl einige Probleme hatte. Vorher will ich aber noch sporteln und weil ich meinen Schleppi nicht gern mit ins Sugden nehme, geh ich morgens in aller Frühe, tüdle danach kurz heim, um zu frühstücken und umzurüsten, und düse dann wieder an den Campus. Das ist zumindest der Plan. Abrundend gibts dann Lunch mit Natalie :)

Ansonsten trudeln jetzt nach und nach wieder alle in Manchester ein, und es ist schön, sich wiederzusehen und auszutauschen. Brenne trotzdem auf die Zeit, wenn die Prüfungen der Erasmusler vorüber sind. Ist ja kein Zustand hier!

Ich hoffe, ihr habt einen entspannten Sonntag, den ihr auch genießen könnt, und kommt morgen gut in die neue Woche!

Stoffi

Mittwoch, 13. Januar 2010

Ich bin wieder hier


...in meinem Revier...war nie wirklich weg, hab mich nur versteckt. Ja, ich weiß, Westerwelles Song ist ein alter Hut, den ich mir heute mal aufsetze, aber mein Hirn gibt gerad nicht viel Sinnvolleres her. Ich bin wieder zurück in Manchester und hab seltsamerweise das Gefühl, gar nicht wirklich weg gewesen zu sein. Kaum hatte ich meinen Koffer nach der erschreckend reibungslos verlaufenden Reise abgestellt, ging's auch schon wieder in die in Fleisch und Blut übergegangene Routine über. Der Rucksack wurde entleert, die große Aldi-Tüte geschnappt und auf gings zum Foodshopping. Musste ja Vorräte aufstocken und hab mich reich mit Obst, Gemüse, Tiefkühl- und Frühstückskram eingedeckt. Sollte fürs WE auf jeden Fall reichen. Emma hat mich dann auch gleich okkupiert und nachdem wir ne halbe Ewigkeit in der Küche geplaudert haben, hab ichs dann doch noch geschafft, mein Bett frisch zu beziehen und alles auszupacken und aufzuräumen. Joah. Ich bin müde, aber das ist nach so ner Reise normal. Morgen geht's zwar an die Uni, aber auch nur, um die letzten beiden Assignments des ersten Semesters einzureichen. Erstmal hab ich noch 2 Wochen Schonfrist, bevor die Vorlesungen weitergehen, aber ich hoffe doch, dass der ein oder andere Dozent gewillt ist, wenigstens schon mal die Semesterplanung online zu stellen, damit ich mich lektüretechnisch schon ein wenig schlau machen kann. Morgen frag ich Mona mal darüber aus.

Ansonsten...das Wetter ist gewohnt englisch-eklig mit Schneeregen und Matsch auf Straßen und Gehwegen. Ein Witz, dass die das Winter nennen, aber Engländer ticken schon bei einem Mikrobenfurz von einer Schneeflocke aus. Hätten die mein in Schnee gehülltes Heimatdorf in den letzten Tagen und Wochen gesehen, wären die sich wie auf ner verschneiten Alm in den Bergen vorgekommen.

Von meinen beiden engsten Freundinnen hab ich auch schon gehört und von Ester bin ich morgen zum Abendessen eingeladen worden. Werde echt italienisch zubereitete Pasta vorgesetzt bekommen, denke ich. Es wird vieeeeel zu bequatschen geben und ich freu mich drauf. Es verspricht diesmal ein friedlicherer Start zu werden. Aber ich bin mal vorsichtig. Man soll sich bekanntlich nicht zu früh freuen und der Stress wird früh genug zurückkehren. Nun ja. Ich bin wieder hier, jetzt weiß es auch der Letzte ;)

Mal sehen, was 2010 in Manchester so bringen wird. Kommt gut durch den Mittwochabend!

Stoffi

Dienstag, 1. Dezember 2009

Bei Frost bleibt die Klinge manchmal stecken...


Dieses allgemein bekannte Filmzitat hat wie die Faust aufs Auge auf den heutigen Morgen gepasst. Es war frrrrrostig! So frostig, dass die Pfützen vom nächtlichen Regen zugefroren waren und ich froh über Handschuhe, Mütze und dicken Schal war! Es scheint, als würde der Winter mit dem heutigen ersten Dezember Einzug in Manchester halten. Ulkig, war es doch am ersten November der Herbst, der sich zu Wort gemeldet hat. Hier und da wird schon mit Schnee geliebäugelt, aber ich glaub, dafür ist es tagsüber nicht kalt genug. Dank der Kälte ist jetzt auch der letzte Weihnachtsmuffel in Adventsstimmung. Oder aber krank. Sowohl Tina als auch Emma liegen so gut wie flach. Beide schleifen sich röchelnd, schniefend und leichenblass an die Uni...bei Emma gehts ja schon länger so, aber egal, wie oft man an ihre Vernunft appelliert, sie geht nicht zum Arzt. Hab sie gestern erst zusammengestaucht, dass sie sich keinen Gefallen tut, wenn sie dann über Weihnachten daheim völlig außer Gefecht gesetzt ist. Aber gut, ich kenn's ja ein bisschen von meiner eigenen Unvernunft. Da ist das Pflichtgefühl streckenweise einfach zu groß, auch wenn's im Grunde doof ist. Na ja. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Heute hatten wir ein richtig nettes Seminar. Der gute Schotte hat zwar die Zeit überzogen, aber Natalie und ich waren einstimmig der Meinung, dass er einen sehr interessanten Einblick in die Arbeitswelt eines literarischen Übersetzers geboten hat. Vorher gabs natürlich das obligatorische Ratatouille mit Amy und Nat im Kro, haben endlos lang geplaudert und wären beinahe zu spät gekommen. Muss bis nächste Woche unbedingt n Plätzchen zum Glühweintrinken ausfindig machen, da die Mädels in der letzten Uniwoche wohl nicht an den Campus kommen. Grund ist Morvens verschobene Sitzung von 12-1 auf 3-4, was für die pendelnden Damen etwas problematisch sein wird. Ansonsten gehen wir wohl nächste Woche auf den Weihnachtsmarkt und geben uns da einen Semesterabschlusstrunk :) Wird komisch, irgendwie...Amy seh ich dann wohl so schnell nicht wieder...und Nat nur noch selten, weil sie als Part-time Student nur einen Kurs mit mir haben wird (wahrscheinlich). Ist jetzt nicht so, dass die zwei die Einzigen wären, mit denen ich rumhänge, aber wir stehen uns irgendwie am nächsten...hach...na ja, was soll man machen? Auf manche Entscheidungen/Entwicklungen hat man wirklich keinen Einfluss. Es erschreckt mich nur ein wenig, wie viele in meinem Kurs ernsthaft überlegen, ob sie den Kurs an den Nagel hängen sollen. Klar, durchzufallen oder so viel Stress zu haben ist nicht schön und alles andere als ein Zuckerschlecken, aber ich hab den Eindruck, der ein oder andere wirft die Flinte zu voreilig ins Korn. Was dann wieder ein Schlag ins Gesicht für jene ist, die gern studieren würden, es aber aus diversen Gründen nicht können. Hm...schwierig. Wüsste ja auch nicht, was ich in deren Position machen würde, wenn ich ehrlich bin. Mein ohnehin nicht vorhandenes Selbstbewusstsein wäre wohl endgültig zerschmettert und ich hätte wohl definitiv auch Zukunftsängste. Ist ja noch nicht zu spät, kann ja immer noch durch all meine anderen Kurse rasseln *seufz* Ah...entschuldigt das kleine Gedankenkarussell.

Die Arbeit geht gut voran. Am Wochenende will ich noch mal über die Dezember-Assignments drüberschauen, die ich dann nächste Woche ausdrucke und zumindest eines einreiche. Derweil bin ich fast mit dem Spotting für meine zweite Audiovisual-Aufgabe fertig, will das nachher noch erledigen. Dann müssen nur noch ein paar technische Details her, die ich am Donnerstag beigebracht bekomme, und dann kann ich mich an den dazugehörigen Essay setzen. Diesmal hab ich mir den Film selbst aussuchen können und weil sich Trainspotting als resistent gegen den DVD-Ripper erwiesen hat, fiel meine Wahl auf Snatch (hat im Deutschen den Begleittitel "Schweine und Diamanten"). Der hat auch nen arg fiesen Dialekt/Soziolekt in petto dank Brad Pitts Pikey-Genuschel. Will über die Möglichkeiten der Realisierung von Dialektübersetzung in Untertiteln diskutieren und hab schon mein Material beisammen. Sieht ganz ok aus im Moment. Auch für meinen 3000-er Essay geht die Recherche voran. Hab sogar die ersten 200 Wörter schon geschrieben *yay* und denke, das Thema wird interessant.

Ich bin heut irgendwie in Plauderlaune, man mag es mir verzeihen. Donnerstag treffe ich mich dann abends mit Alizé auf nen Drink und Kino, Sonntag fahr ich mit Ester zur Erkundung zum Flughafen (nur um sicher zu gehen, dass ich zum gegebenen Zeitpunkt den richtigen Bus erwische ;)) und nachher Mittagessen im "Grinch" (no pun intended). Samstag wollte mich Julia noch mal auf den Weihnachtsmarkt zerren, mal sehen. Freitag ist im Moment noch nicht verplant, da werd ich wohl exzessiv Unikram erledigen. Aber das ist ok. Land ist in Sicht. Noch etwas mehr als 2 Wochen weit weg, aber wir nähern uns mit beharrlichen Schritten.

Hoffe, ihr kommt gut durch die Woche!

Stoffi

Sonntag, 29. November 2009

Advent, Advent


Unglaublich, aber wahr, heute feiern wir schon den ersten Advent und das Wetter ist wirklich zum Einkuscheln, Drinbleiben und Kerzchenzündeln. Letzteres hab ich mich noch nicht getraut wegen potentieller Feueralarmgefahr, aber ich denke, ich werde dieses Wagnis eingehen, sobald es dunkel wird. Vorher ist der Kerzeneffekt eh nicht so richtig der Brüller. Andererseits wirds heute gar nicht richtig hell, wie immer hängen dicke Regenwolken über Manchester, aber das mindert meine weihnachtliche Vorfreude nicht im Geringsten. Daher auch das neue Kleidchen für den Blog, schon etwas weihnachtlich, ich dachte, das wäre legitim am ersten Advent. Und ich gestehe, ich höre auch jetzt ganz offiziell Weihnachtsmucke. Ich bin schlimm, aber ich mag Weihnachten, auch wenn ich die Adventszeit viel lieber mit meinen Liebsten daheim verbringen würde. Allein schon wegen des exzessiven Adventsschmucks :P Hier kauf ich mir nichts Dekotechnisches...ich verbringe hier nur eine Adventszeit und da wäre es rausgeschmissenes Geld, ganz zu schweigen davon, dass ich das Zeug auch wieder loswerden müsste. Nee, da geb ich lieber n bissl was in den WG-Topf für ein kleines Weihnachtsbäumchen und Beleuchtung, damit die Küche n bisschen weihnachtlicher aussieht.

War heut sogar schon tapfer im Regen unterwegs und hab meinen Lebensmitteleinkauf heute schon erledigt, um meinen Arsch auch am Wochenende hochzukriegen. So langsam muss ich anfangen zu überlegen, was ich kaufen kann und was ich lassen muss, schließlich sind es weniger als drei Wochen, bevor ich nach Hause fliege und da wäre es fatal, was Verderbliches bis Januar hier rumliegen zu lassen. Gerade bei Obst und Gemüse muss ich in den nächsten Wochen kalkulieren. Hab heut noch mal richtig zugeschlagen und allerhand Leckereien gekauft, u.a. eine Honigmelone für 69 pence! Die kosten hier sonst mindestens das Doppelte und das ist n Luxus, den ich mir dann doch nicht gönne. Wird heute aufgeschlitzt und aufgemampft. Muha.

Die Woche war...nun ja...chaotisch. Donnerstag war mein persönlicher Hasstag, da ist irgendwie alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Murphy at his best, sozusagen. Aber Cocktails und Sushi mit Ester haben den Tag dann doch noch irgendwie gerettet, gestern hab ich nen schönen Abend bei Alizé verbracht und heute...nun, vielleicht geh ich mit Ester später noch auf nen Glühwein weg, aber wenn nicht, ist der Sonntag ganz für die Uni reserviert. Ist aber auch nicht so schlimm, ich hab ja noch genug zu tun und vielleicht schaff ich ja in den nächsten Tagen das Spotting für meine Untertitelungsaufgabe. Dann ist der mühselige Teil der Aufgabe nämlich schon erledigt.

Gesagt, getan...ich mach mich jetzt nützlich und hoffe, ihr habt einen wunderschönen ersten Advent im Kreise eurer Lieben. An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an die familiäre Front! In Zeiten wie diesen denk ich glatt noch ein bisschen öfter an euch :)

So...genug geplappert. Wir lesen uns!

Stoffi

Sonntag, 1. November 2009

Stürmische Zeiten


Mit dem ersten November hat nun endgültig der Herbst Einzug in Manchester gehalten. Das Land ist ja ohnehin dafür bekannt, wechselhaftes Wetter zu haben, aber heute wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Nach endlich mal als erholsam kategorisierbarem Schlaf wurde ich heute Morgen vom rauschenden Regen geweckt, es stürmt und tost draußen, dass man wirklich Kraft einsetzen muss, um vorwärts zu kommen. Ja, ich habe mich trotz widriger Bedingungen nach draußen gewagt, denn in der Bücherei haben zwei Bücher auf meine Abholung gewartet. In den vergangenen Tagen wars fast spätsommerlich warm mit bis zu 18°C und tollem Sonnenschein. Hab gestern mit Ester abends draußen gehockt und gequatscht. Von meinen Mitbewohnern hingegen fehlt derzeit jede Spur. Ich glaub, die beiden nutzen den Sonntag, um mal wirklich auszuspannen. Tina schreibt nächste Woche drei Prüfungen und Emma...tja, Emma ist gestern gegen ihren Willen ausgegangen (mal wieder). Finde es amüsant, wie sie sich jedes Mal beschwert, dass sie keinen Bock auf weggehen hat, aber da ist der Gruppenzwang mal wieder stärker und Emmas "Nein" scheinbar nicht besonders ausgeprägt. Na ja, muss sie wissen, alt genug ist sie ja seit Freitag ;)

Ich bin gestern Abend noch spontan weggegangen, was ich einer sehr verpeilten Ester zu verdanken habe. Die wollte dieses WE eigentlich nach London (2 Tage, nur um auf ne Halloweenparty zu gehen...eh...ja, wenn man die Geldscheiße hat...), aber hat verschlafen. Wieder mal. Dass sie notorisch zu spät zu Verabredungen auftaucht und ihren Kopf irgendwo vergessen würde, wenn der nicht angewachsen wäre, muss ich glaub ich nicht sagen. Na ja, sie war gestern demnach mies drauf und da hab ich ein kleines Aufmunterungsprogramm auf die Beine gestellt, von dem ich gleich selbst profitiert hab. Nach stundenlangem Untertiteln raucht einfach der Kopf und da ist man dankbar, wenn man für ein paar Stunden abschalten - oder es zumindest versuchen - kann.

Meine Master Untertitel hab ich übrigens vorhin fertiggestellt. Zumindest die Rohfassung. Hab beschlossen, das Ganze für heute ruhen zu lassen und morgen drüberzuschauen, wenn ich ein bisschen Abstand gewonnen hab. Da fallen mir wesentlich eher Fehler oder Ungereimtheiten auf und es ist ja nicht so, dass ich außer Audiovisual Translation nichts zu tun hab. Es muss auch noch ein Kommentar dazu geschrieben werden, wofür ich gleich noch Lektüre wälzen werde. Dann noch mal über meinen Essay schauen und den ein wenig für Freitag aufhübschen.

Gerade hab ich noch meine Einkaufsliste aufgeschrieben, meine Vorräte wollen morgen wieder aufgestockt werden. Ich fresse einfach zu viel, schwant mir *verlegen hust* Und wenn das Geld noch reicht, hole ich morgen die Christmas Puddings für das heimische Weihnachtsfest. Hab versprochen, eine kulturell-spezifisch kulinarische Köstlichkeit mitzubringen und Aldi bietet die Dinger jetzt schon an. Haltbarkeitsdatum bis 2011...mal schauen, was das wird. Ansonsten ist heut nicht viel mit mir los; das Wetter schlägt ein wenig aufs Gemüt und macht müde (ist einfach doof, wenn man den ganzen Tag das Licht anlassen muss, weil's eigene Zimmer sonst ne Dunkelkammer ist). Aber das ist dann wohl offiziell der hässliche Teil des Herbstes, mit dem wir uns arrangieren müssen. Ich mach das Beste draus und bin erstmal erleichtert, dass nächste Woche zumindest keine Vorlesungen anstehen, gibt ein wenig Luft, um mit den Assignments voranzukommen.

Sodele...hoffe, ihr habt die Nacht des Grauens gestern gut überstanden. Es waren jede Menge Joker unterwegs gestern, aber keiner, der annähernd an das Original herangereicht hätte. Schande auch!

Bis denn

Stoffi

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Hust, Röchel, Schnief


Ach, Kinders...es ist zum Verzweifeln. An allen Ecken rotzt und hustet es und ich wünschte, ich hätte so nen schicken Anzug wie Dustin Hoffman in "Outbreak", den ich mir dann einfach überstreifen könnte, wenn ich in die Stadt gehe...aber leider habe ich kein Ganzkörperkondom zur Hand und muss mich so durch den bakteriellen Alltag kämpfen. Dabei sind die Temperaturen hier längst nicht so drastisch gefallen wie in Deutschland. Täglich les ich bei Twitter, Facebook oder Web.de Nachrichten über erste Schneefälle...uah...da wird mir doch ganz kalt ums Herz. Hier haben wir immer noch um die 12-14°C, am Wochenende soll's kühler werden, aber es ist nicht so, dass man mit kompletter Winter-Kombo vor die Tür müsste. Ich meine...hallo? Wir haben Oktober! Da hat Schnee noch nix hier verloren. Gut, hier in Manchester werden wir sowieso nicht mit Schnee "gesegnet" sein, denke ich. Die sind ja letztes Jahr hier bald alle ausgeflippt, als es Anfang Februar 1-2 Zentimeterchen geschneit hat. Morgens und abends merkt man aber schon, dass der Sommer längst hinter uns liegt und ich hab auch schon Handschuhe und den dickeren Schal hervorgekramt. Die dicke Jacke musste noch nicht eingesetzt werden, aber ich denke, lange muss sie nicht mehr auf der Ersatzbank herumlungern.

Gegen die allgemein grassierende Erkältungswelle wappne ich mich so gut es geht. Mampfe sehr viel Obst und Gemüse, geh 5x die Woche ins Sugden Sports Centre und gönne mir wie gerade eben ab und an mal ein Tässchen heiße Milch mit Honig. Letztlich kann ich auch nicht viel mehr tun, und ich ahne, dass ich dennoch nicht verschont bleibe. Dazu rotzen hier einfach zu viele rum, allein heut in Literary Translation mussten zwei mittendrin vor die Tür, weil sie so heftige Hustenanfälle hatten und den Unterricht nicht stören wollten. Aber beschreien wir's mal nicht.

Uni hat wider Erwarten sehr viel Spaß gemacht diese Woche. Ich hab ja Donnerstag schon inoffiziell Wochenende, was aber nicht heißt, dass ich wirklich die Füße hochlegen kann. Das Wochenende ist meistens zum Aufarbeiten oder für die Arbeit an den Assignments da. Mein Hass-Kurs Academic Writing war diese Woche nur ne Stunde lang, weil die Dame noch ne Veranstaltung zu deichseln hatte, und heute hatte ich mein erstes Technical Tutorial für Audiovisual Translation. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass es ein bisschen Teletubbie-mäßig verlief á la "Wie schalte ich einen Computer an", hat das Untertiteln selbst viel Spaß gemacht. Coolerweise bekommen wir das Untertitelprogramm für unsere heimischen Rechner gesponsert, was bedeutet, dass ich das zweite Assignment für Audiovisual Translation mit heim nehmen kann. Juchu!

Ich setz mich auch gleich noch mal dran und hack die Untertitel fertig rein, ehe ich an meinem Essay rumfeile. Jane, meine Dozentin für Academic Writing, schaut übers WE mal in ein Beispiel aus meiner Bibliographie rein, um mir zu sagen, ob das so ok ist. Find ich gut, hab ich nen Eindruck, ob ich noch viel ändern muss. Ansonsten wage ich es gar nicht allzu laut zu sagen, aber ich denke, ich bin im Groben und Ganzen mit der ersten Leistung fertig. Das Essay hat jetzt schon drei Rohfassungen und alle schlittern mir zu nah an der 1000-Wörter Grenze rum. Ich zerstückle das Thema schon in kleine Häppchen, es ist schon gruselig. Aber ich denke, das bekomme ich irgendwie hin.

Morgen begebe ich mich dann wieder in Gesellschaft und gehe mit Ester, Alizé und Estelle ins Kino...muhaha...das wird lustig. Vielleicht gehen wir vorher noch was trinken, mal schauen, was die Mädels dazu sagen.

Kommt gut ins Wochenende, so fern ist es nicht mehr! Ach so, und bevor ichs vergesse, möchte ich auch hier noch mal meinem Lieblingsblümchenschnuckipupsi danken für die liebe Karte! Gemeinsam mit Kathys schmückt sie nun meine immer noch doof aussehende Pinnwand!

Nun denn...passt auf euch auf und werdet nicht krank!

Stoffi

Montag, 12. Oktober 2009

Manic Monday


Wochenanfänge haben es glaub ich im Blut, nicht schön zu sein. Heute hatte ich allerdings mal ein Ausnahmeexemplar. Strahlender Sonnenschein bei 12°C (die man gar nicht mal als so kalt empfunden hat), die Market Street ist ein Gerüst ärmer; so langsam lichtet sich der Baustellenwald in der Stadt, was auch die Fußmärsche wesentlich angenehmer gestaltet, ich hab den Wocheneinkauf erledigt und Uni war auch ok. Prinzipiell gibt's nicht viel zu erzählen, es schieben immer noch alle Panik wegen des Essays, aber ich fuchse mich da gerade durch, die erste Rohfassung sollte bis Sonntag stehen und dann wird dran rumgeschnippelt und ausgebessert. Meine Besprechung mit meiner persönlichen Tutorin Siobhan Brownlie war in fünf Minuten gegessen; sie meinte, das wäre eh nur, falls wir auf wirkliche Probleme stoßen, dass wir halt Unterstützung usw. bekommen. Aber ich weiß doch noch nicht, ob ich Probleme hab, wenn ich noch keine einzige Arbeit eingereicht hab?! Merkwürdige Regelung. Na ja, sie meinte, ich solle so nen Schriebs ausfüllen und zu Beginn des 2. Semesters mitbringen, damit wir sehen können, wo ich noch Defizite hab. Na ja, ich finds ja nicht schlecht, dass auf diese Weise geholfen wird. Wäre mir allerdings lieber gewesen, wenn sie den Essay für mich geschrieben hätt :P

Heute hab ich mal wieder ein paar visuelle Impressionen für e
uch. Die Bilder vom Campus sind schon älter, ich hab sie nur noch nicht hochgeladen. Die mit der Sonne drauf sind von heute :P Und ja, ich weiß, dass ich mich drin spiegle, aber ich kann mein Fenster nicht ganz aufmachen. Die haben Sperren davor, kann es höchstens um 6cm aufschieben und finito. Ist wegen Einbruchgefahr, usw. Es lebe die Paranoia!

Das ist der Eingang zum Samuel Alexander Building. Da drin halt ich mich eigentlich die meiste Zeit auf; ganz in der Nähe zur Bibliothek und das Postgraduate Office ist natürlich auch drin.
Das ist aus meinem Fenster fotografiert, ein wahrlich seltener Anblick dieser Tage in Manchester - strahlender Sonnenschein und kaum ein Wölkchen am Himmel.
Linkerhand die Straße runter aus meinem Fenster. Man beachte die bunt gefärbten Bäume im Hintergrund. Herbst kann schön sein.
Hier seht ihr ne Karte vom Campus. Die rote Linie dürfte die Oxford Road sein, die ich tagtäglich mit dem Bus hinabdüse. Uni hab ich im Samuel Alexander Building, im St. Joseph Studio, im Coupland 3 Building und im Roscoe Building. Na, könnt ihrs finden?Eines muss man den Engländern lassen - auf ihren Rasen geben sie Acht. Schöne Park- und Gartenanlagen entdeckt man hier. Wenn ich mal Zeit hab und das Wetter schön ist, fahr ich mal in den Whitworth Park und mach Fotos. Ist sehr schön und idyllisch da.


Last but not least noch mal das Samuel Alexander Building von der Seite. Da ist nur keiner zu sehen, weil das noch vor der Fresher's Week war. Steht man dieser Tage mit nem Fotoapparat da rum, muss man damit rechnen, 30,000 fremde Gesichter auf den Bildern zu haben. Ist sehr reges Begängnis hier.

Joah...das war's auch schon von der britischen Front. Ich widme mich noch ein bisschen meinem widerspenstigen Essay und werd mich dann etwas früher in die Koje verpflanzen. Sport macht so schön müde.

Ich wünsche einen schönen Abend, bzw. eine gute Nacht!

Cheerio!

Stoffi

Dienstag, 6. Oktober 2009

Halleluja!


Wir haben wieder eine funktionstüchtige Waschmaschine! Hat n bisschen gedauert, bis sich wer herbequemt hat, aber das lag wohl an Personalmangel. Was geben die auch zwei wichtigen Schalt- und Waltpersonen zur gleichen Zeit Urlaub? Na ja, Engländer, muss man nicht verstehen. Jedenfalls hab ich die Waschmaschine gleich mal okkupiert und meinen Stinkehaufen an Wäsche gewaschen. Eigentlich hätt ichs auch einfach aus meinem Fenster hängen können, denn es schifft seit heute Morgen, als ich mich um 7 aus dem Bett schälte, ununterbrochen! Nicht schön. Weiß nicht, ob das saurer Regen ist, aber der geht selbst durch den resistentesten Regenschirm und jede Klamotte durch. Die Straßen schwimmen, eigentlich ist es gerad ein biss
chen wie in Venedig (nur kulturell gesehen nicht so atemberaubend). Und ich musste natürlich vor die Tür, war ja klar. Geht ja auch nicht anders. *grummel*

Hab fest
gestellt, dass die Bibliographie für den Essay viel zu umfangreich wird. Ich könnte damit regelrecht ne Dissertation schreiben. Müssen aber nur 1000 Wörter sein. Also hab ich nen kleinen Ableger von dem Thema zurechtgestutzt, weil wir offiziell ohnehin nicht dieselben Themen nehmen können. Tja, dann gibts halt ne Bibliographie zur "Preservation of Function within the translation of wordplays in fictional and non-fictional literature" für den einen Kurs und "Translating the untranslatable - humour in audiovisual context" für den Essay. Mal schauen, hab mir heute noch mal 4 Bücher ausgeliehen. Wusste gar nicht, dass wir ne Ausleihgrenze haben. Als Postgraduates darf ich maximal 25 Bücher leihen (plus die, die ich gewöhnlich klaue ;)), 11 hab ich hier und morgen kommt ein neues dazu. Für die Bibliographie gibts gar nicht mehr sooo viel abzuändern. Ich muss halt die audiovisual-Teile raushauen (waren eh nur 2) und das ganze n bissl ummodeln. Will ich am Wochenende gestemmt bekommen.

Aber vorher geh ich mit Julia am Donnerstag ins Kino. Ist jetzt beschlossene Sache. Wir schauen uns "Surrogate" mit Bruce Willis an. Ist zwar nix, was mich jetzt unbedingt ins Kino rennen lässt, aber weil sonst keiner mit ihr Actionknaller schauen mag, hab ich mich bereitwillig geopfert und bekomme vielleicht sogar nen Abendbrot-Snack spendiert. Für all die, die wissen wollen, wer Julia ist, hier zwei Bildchen vom Sonntag, das sie rumgeschickt hat:
Links seht ihr Sherry, eine Chinesin, die ihren Master in Chemical Engineering macht und erstaunlicherweise nicht der üblichen Grüppchenbildung der Asiaten gefolgt ist. Rechts daneben ist Frauke, dann komm ich (irgendwie sieht das so aus, als hätt ich nix drunter; Exhibitionistenparty) und neben mir im roten Gewand steht Julia. Alles vor der malerischen Baustellen-Kulisse der International Society.Und weil immer einer der Arsch sein musste, der fotografiert, hat Julia einen zweiten Schnappschuss von uns gemacht. War lustig, hoffe, wir hauen bald wieder gemeinsam auf die Pauke. Ich freu mich schon auf Donnerstagabend.

Mir tun gerade unglaublich die Füße weh, so viel Rennerei wegen Council Tax Exemption und vorbestellten Büchern in der Bibliothek. Aber ich mag mich nicht beschweren. Mir gehts gut, während um mich herum alles hustet und röchelt, und gleich telefoniere ich mit der Heimat, das ist sowieso immer Balsam für die geplagteste Seele.

Lasst es euch gut gehen und kommt gut durch die Woche!

Stoffi

Sonntag, 27. September 2009

Im (Nord-)Westen nichts Neues


Jaja, so langsam kehrt hier irgendwie der Alltag ein. Gut, Manchester war für mich sowieso nicht sooo neu, weil ich vor 1 1/2 Jahren schon mal 3 Monate hier zugebracht hab, aber trotzdem bedarf es natürlich einer gewissen Zeit, sich an einen anderen Lebensrhythmus zu gewöhnen, selbst wenn die Uni erst morgen so richtig anfängt. Aber ich hab Routine drin, was meine Wege durch die Stadt angeht, meine Einkaufsgewohnheiten (morgen wird Aldi geplündert und n bissl Fisch ins Haus geholt) haben sich gefestigt, den Campus kenn ich soweit gut genug und Leute hab ich auch gefunden, mit denen man sich gepflegter Abendunterhaltung widmen kann. Natürlich weiß ich jetzt noch nicht, wie hart meine Kurse werden, aber ich will mal auf alles gefasst sein. Deswegen hab ich schon mal ohne konkrete Aufforderung Peter Fawcetts "Translation and Language" durchgelesen, später gibts noch ne Einführung in Recherche für Übersetzung als Abendlektüre. Ich fühle mich...unvorbereitet, andererseits wurde uns kein Material zur Vorbereitung bereitgestellt. Wir sitzen also alle gleichermaßen dumm da. Morgen gehts 16 Uhr mit "Translation & Interpreting I" an, ein Pflichtkurs, der allgemeine theoretische Sachen zum Thema Übersetzung behandeln wird. Bin ja mal gespannt. Werde trotzdem nicht faul sein, auch wenn der Unitag so spät beginnt. Es gilt wie gesagt den Aldi zu plündern, lecker Mittagessen zu kochen und vor dem Seminar noch ein Stündchen ins Sugden schwitzen zu gehen. Ich brauch nen Ausgleich zur ganzen Theorie, mit der ich meinen Kopf vollstopfen muss, und da ist Sport glaub ich nicht verkehrt. Dass ich nicht weiß, was mich kurstechnisch an Anforderungen erwartet, macht mich etwas nervös. Aber nur wenn ich hingeh, werd ich schlauer.

Ansonsten...passiert hier nicht viel. Freitag war ich mit Alizé und Ester im Kino (waren noch n paar andere Italiener mit, aber weil die kaum einen Satz auf Englisch rausbekommen haben, hab ich mich weniger mit denen auseinander gesetzt) zu Beeeenny-buhbuh...aka "Dorian Gray". Der Film war ok, was hauptsächlich einem grandiosen Colin Firth zu verdanken gewesen ist, der auch die für ihn untypische Rolle gemeistert hat. Ansonsten...gabs n paar Änderungen zur Vorlage, alles n bissl theatralischer und modernisierter gestaltet, aber es war ok. Nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich ihn ein zweites Mal sehen müsste. Hatte so seine "Benny-Buh poppt sich durch die Welt und versucht dabei gut auszusehen" - Längen.

Heute war ich dann beim zweiten Barbecue der International Society, war entspannt, nicht allzu viel los auf den Straßen heute. Hatte stundenlange Diskussionen mit Ester, hat wirklich Spaß gemacht. Irgendwann die Woche werd ich mit Alizé wohl eine Ausstellung zu amerikanischen Filmen besuchen, jedenfalls meinte sie, dass da was im Gange sei; und wahrscheinlich mit Ester Cocktails schlürfen gehen. Mal schauen, dürfte gar nicht mal teuer werden, weil die ne Happy Hour á la "2 zum Preis für 1 Cocktail" haben und die Preise den deutschen doch sehr ähneln.

Der Schwerpunkt der Woche liegt ganz klar auf dem Unistart und ich freu mich schon auf Dienstag, wenn ich wieder mit der Heimat telefoniere! Ich bin glaub ich zu beschäftigt, um wirklich schlimmes Heimweh zu verspüren, aber gerade an den Wochenenden und abends fehlt so die Routine, die ich daheim hatte. Ich muss am Wochenende immer dran denken, dass meine Liebsten gerade am Frühstückstisch sitzen...oder an den Donnerstagen, wenn meine Mum meine Oma besucht (und der leckere Kuuuuchen) oder wochentags abends gewisse Fernsehserien schauen und dabei über dieses und jenes plaudern...ja, das fehlt mir schon :( Wäre ja auch schlimm, wenn's nicht so wäre. Aber wie heißt es so schön? Da muss man durch als Lurch.

Mit der Einstellung geh ich auch an die morgige Unipremiere. Startet gut in die kommende Woche!

Stoffi

Montag, 21. September 2009

Brat mir einer n Storch


Na gut, Storch hab ich keinen gegessen, aber dafür war es umso schwieriger, zu identifizieren, was es denn nun wirklich gewesen ist. Gestern war ein Tag, den man getrost im Kalender festhalten kann; denn es war nicht nur ein wolkenloser Himmel, der mich gestern Morgen begrüßte, sondern auch einer, an dem eine strahlende Sonne festgetackert war. Gut, es war ein wenig windig, aber wir müssen bedenken, dass es Ende September ist und ich in England hock. Bislang ist noch kein Mancunian rain auf mir niedergegangen, aber für morgen sagen sie wohl leichte Schauer an. Mal sehen.

Jedenfalls war das BBQ in der International Society richtig lustig. Hab Veggy-Burger gegessen, weil das Fleisch rein optisch ein bisschen an überfahrene Tiere erinnert hat und viele nette Leute kennen gelernt. Haben mit Ester gerad mit drei Kerlen gequatscht, als ein Fotograf angewackelt kam und uns gefragt hat, ob es ok sei, wenn er Bilder machte. Nüja, die sollte ich dann die Tage per Mail erhalten, ich bin gespannt. Hab dann noch eine Runde netter Franzosen kennen gelernt, mit denen ich mich festgequatscht hab. Bin dann noch zu Alizés Haus gefahren und hab mir nen Mandeltee reingezogen und gequasselt. Sehr lecker. Im Laufe der Woche wollen wir ins Kino, läuft wohl "Dorian Gray", der ziemlich blutig sein soll. Ja, ich weiß Beeeen-Schnucki spielt da auch mit, aber ich werde versuchen, meinen etwaigen Brechreiz zu unterdrücken.

Heut hab ich dann noch Estelle getroffen und mit ihr rumgeblödelt, wollen die Woche noch was trinken gehen. Argh. Dabei muss ich n bissl aufpassen. Weggehen ist teuer. Wenns die Zeit zulässt, wollen wir nen deutsch-französischen Kochabend veranstalten. Das kann lustig werden.

Unitechnisch gibts leider nicht viel Spannendes zu berichten. Ich bin heute mit der naiven Hoffnung zum Campus gewatschelt, endlich n paar konkretere Infos über meinen Kurs zu erhalten, aber nada. Ich habe heute 7 Stunden damit zugebracht, mir das gleiche Gelaber vom Wochenende noch einmal reinzuziehen. Alles, was neu war, war die Info über die Möglichkeit, eine digitale Kopie der Abschlussarbeit einreichen zu können und eine erneuerte Version meines Stundenplans (wobei sich meine Kurse nicht verändert haben - Gott sei Dank, wenn ich plötzlich Freitag Kurse gehabt hätte, wärs Kacke mitm Rückflug gewesen). That's it. Meine Begeisterung hat sich in Grenzen gehalten. Aber immerhin hab ich Natalie kennen gelernt, eine nette Engländerin, die so ziemlich das Gleiche macht wie ich (und mich gebeten hat, sie nicht dazu zu zwingen, deutsch zu reden - wobei ich mich fragte, warum ich das tun sollte?), wenn auch nur part time. Aber gut, endlich mal jemanden zu sehen, dessen Kurs man besucht.

Dann hieß es, wir sollten uns bloß alle zum großen Begrüßungsbla für Frischlinge einfinden. Ich dachte schon, dass mich eine niederschmetternde Rede erwarten würde, deren Eloquenz mich in den Boden rammen würde. Aber stattdessen war dichtes Gedränge im Foyer und ein kleiner Tisch mit Rotwein und Wasser (ja, ich war dekadent und hab mir ein Glas zum Nachmittag gegönnt - Alkohol ist hier teuer, ich trink sonst nur Wasser und Tee...so...seize your chances!) und Knabbersachen. Toll. Wahnsinn. Und das nennen die Postgraduate Reception. Da fühlt man sich doch gleich wie was Besonderes. Wenn ich irgendwann meinen Abschluss haben sollte, hoffe ich doch, dass die zur Abschlussfeier n bissl kreativer sind. Aber gut...ich will ja nicht meckern oder lästern...aber es ärgert mich, wie verschwenderisch mit meiner Zeit umgegangen wird. Bei einem Vortrag sagen die, dass es ein hartes Jahr wird und wir schrecklich viel arbeiten müssen - dann willst du schon mal anfangen, dich nützlich zu machen, und dann ist noch nicht mal ne reading list draußen. Es macht mich einfach nervös, nicht zu wissen, woran ich bin.

Morgen wird hoffentlich n bisschen mehr Licht ins Dunkel kommen, ab um 10 kann ich meinen Programme Director konsultieren und mit ihm meine Kurswahl absprechen. Hoffe, der bewilligt das alles und schickt mich mit ner Unterschrift weg, damit ich den Schriebs gleich beim Postgraduate Office einreichen kann. Bin schon n bissl nervös, den Obermacker da zu treffen, aber ich hoffe, der stampft mich nicht zusammen. Zu nem GP hab ichs heute nicht mehr geschafft, die Praxis hatte schon zu. Wird also morgen in Angriff genommen. War heute dumm/mutig genug, mich in den Tesco zu wagen, um meine Obstvorräte aufzustocken. Verzeichne es als Erfolg, nicht niedergetrampelt worden zu sein. Schlimm, was hier abgeht, da die Uni wieder losgeht. Nix für Misanthropen.

Joah, soviel von meiner Warte. Ich pflanz mich jetzt mit ner heißen Zitrone in mein Bett und schreib ein bisschen. Macht euch einen schönen Abend!

Stoffi