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Unglaublich, aber wahr, heute feiern wir schon den ersten Advent und das Wetter ist wirklich zum Einkuscheln, Drinbleiben und Kerzchenzündeln. Letzteres hab ich mich noch nicht getraut wegen potentieller Feueralarmgefahr, aber ich denke, ich werde dieses Wagnis eingehen, sobald es dunkel wird. Vorher ist der Kerzeneffekt eh nicht so richtig der Brüller. Andererseits wirds heute gar nicht richtig hell, wie immer hängen dicke Regenwolken über Manchester, aber das mindert meine weihnachtliche Vorfreude nicht im Geringsten. Daher auch das neue Kleidchen für den Blog, schon etwas weihnachtlich, ich dachte, das wäre legitim am ersten Advent. Und ich gestehe, ich höre auch jetzt ganz offiziell Weihnachtsmucke. Ich bin schlimm, aber ich mag Weihnachten, auch wenn ich die Adventszeit viel lieber mit meinen Liebsten daheim verbringen würde. Allein schon wegen des exzessiven Adventsschmucks :P Hier kauf ich mir nichts Dekotechnisches...ich verbringe hier nur eine Adventszeit und da wäre es rausgeschmissenes Geld, ganz zu schweigen davon, dass ich das Zeug auch wieder loswerden müsste. Nee, da geb ich lieber n bissl was in den WG-Topf für ein kleines Weihnachtsbäumchen und Beleuchtung, damit die Küche n bisschen weihnachtlicher aussieht.
War heut sogar schon tapfer im Regen unterwegs und hab meinen Lebensmitteleinkauf heute schon erledigt, um meinen Arsch auch am Wochenende hochzukriegen. So langsam muss ich anfangen zu überlegen, was ich kaufen kann und was ich lassen muss, schließlich sind es weniger als drei Wochen, bevor ich nach Hause fliege und da wäre es fatal, was Verderbliches bis Januar hier rumliegen zu lassen. Gerade bei Obst und Gemüse muss ich in den nächsten Wochen kalkulieren. Hab heut noch mal richtig zugeschlagen und allerhand Leckereien gekauft, u.a. eine Honigmelone für 69 pence! Die kosten hier sonst mindestens das Doppelte und das ist n Luxus, den ich mir dann doch nicht gönne. Wird heute aufgeschlitzt und aufgemampft. Muha.
Die Woche war...nun ja...chaotisch. Donnerstag war mein persönlicher Hasstag, da ist irgendwie alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Murphy at his best, sozusagen. Aber Cocktails und Sushi mit Ester haben den Tag dann doch noch irgendwie gerettet, gestern hab ich nen schönen Abend bei Alizé verbracht und heute...nun, vielleicht geh ich mit Ester später noch auf nen Glühwein weg, aber wenn nicht, ist der Sonntag ganz für die Uni reserviert. Ist aber auch nicht so schlimm, ich hab ja noch genug zu tun und vielleicht schaff ich ja in den nächsten Tagen das Spotting für meine Untertitelungsaufgabe. Dann ist der mühselige Teil der Aufgabe nämlich schon erledigt.
Gesagt, getan...ich mach mich jetzt nützlich und hoffe, ihr habt einen wunderschönen ersten Advent im Kreise eurer Lieben. An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an die familiäre Front! In Zeiten wie diesen denk ich glatt noch ein bisschen öfter an euch :)
So...genug geplappert. Wir lesen uns!
Stoffi
Mit dem ersten November hat nun endgültig der Herbst Einzug in Manchester gehalten. Das Land ist ja ohnehin dafür bekannt, wechselhaftes Wetter zu haben, aber heute wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Nach endlich mal als erholsam kategorisierbarem Schlaf wurde ich heute Morgen vom rauschenden Regen geweckt, es stürmt und tost draußen, dass man wirklich Kraft einsetzen muss, um vorwärts zu kommen. Ja, ich habe mich trotz widriger Bedingungen nach draußen gewagt, denn in der Bücherei haben zwei Bücher auf meine Abholung gewartet. In den vergangenen Tagen wars fast spätsommerlich warm mit bis zu 18°C und tollem Sonnenschein. Hab gestern mit Ester abends draußen gehockt und gequatscht. Von meinen Mitbewohnern hingegen fehlt derzeit jede Spur. Ich glaub, die beiden nutzen den Sonntag, um mal wirklich auszuspannen. Tina schreibt nächste Woche drei Prüfungen und Emma...tja, Emma ist gestern gegen ihren Willen ausgegangen (mal wieder). Finde es amüsant, wie sie sich jedes Mal beschwert, dass sie keinen Bock auf weggehen hat, aber da ist der Gruppenzwang mal wieder stärker und Emmas "Nein" scheinbar nicht besonders ausgeprägt. Na ja, muss sie wissen, alt genug ist sie ja seit Freitag ;)
Ich bin gestern Abend noch spontan weggegangen, was ich einer sehr verpeilten Ester zu verdanken habe. Die wollte dieses WE eigentlich nach London (2 Tage, nur um auf ne Halloweenparty zu gehen...eh...ja, wenn man die Geldscheiße hat...), aber hat verschlafen. Wieder mal. Dass sie notorisch zu spät zu Verabredungen auftaucht und ihren Kopf irgendwo vergessen würde, wenn der nicht angewachsen wäre, muss ich glaub ich nicht sagen. Na ja, sie war gestern demnach mies drauf und da hab ich ein kleines Aufmunterungsprogramm auf die Beine gestellt, von dem ich gleich selbst profitiert hab. Nach stundenlangem Untertiteln raucht einfach der Kopf und da ist man dankbar, wenn man für ein paar Stunden abschalten - oder es zumindest versuchen - kann.
Meine Master Untertitel hab ich übrigens vorhin fertiggestellt. Zumindest die Rohfassung. Hab beschlossen, das Ganze für heute ruhen zu lassen und morgen drüberzuschauen, wenn ich ein bisschen Abstand gewonnen hab. Da fallen mir wesentlich eher Fehler oder Ungereimtheiten auf und es ist ja nicht so, dass ich außer Audiovisual Translation nichts zu tun hab. Es muss auch noch ein Kommentar dazu geschrieben werden, wofür ich gleich noch Lektüre wälzen werde. Dann noch mal über meinen Essay schauen und den ein wenig für Freitag aufhübschen.
Gerade hab ich noch meine Einkaufsliste aufgeschrieben, meine Vorräte wollen morgen wieder aufgestockt werden. Ich fresse einfach zu viel, schwant mir *verlegen hust* Und wenn das Geld noch reicht, hole ich morgen die Christmas Puddings für das heimische Weihnachtsfest. Hab versprochen, eine kulturell-spezifisch kulinarische Köstlichkeit mitzubringen und Aldi bietet die Dinger jetzt schon an. Haltbarkeitsdatum bis 2011...mal schauen, was das wird. Ansonsten ist heut nicht viel mit mir los; das Wetter schlägt ein wenig aufs Gemüt und macht müde (ist einfach doof, wenn man den ganzen Tag das Licht anlassen muss, weil's eigene Zimmer sonst ne Dunkelkammer ist). Aber das ist dann wohl offiziell der hässliche Teil des Herbstes, mit dem wir uns arrangieren müssen. Ich mach das Beste draus und bin erstmal erleichtert, dass nächste Woche zumindest keine Vorlesungen anstehen, gibt ein wenig Luft, um mit den Assignments voranzukommen.
Sodele...hoffe, ihr habt die Nacht des Grauens gestern gut überstanden. Es waren jede Menge Joker unterwegs gestern, aber keiner, der annähernd an das Original herangereicht hätte. Schande auch!
Bis denn
Stoffi
So lautet das Motto für unsere erste Untertitelungs-Leistung. Chrismukkah - die Mischung aus dem christlichen "Christmas" und dem jüdischen "Hanukkah" ist Dreh- und Angelpunkt einer OC California Folge aus deren erster Staffel. Also nichts zwingend Lustiges. Amy, Charlotte und ich haben innerlich schon ein sehr ironisches Hurra! gebrüllt, als uns Luís gestern den Clip und die Spotting List präsentierte. Ein Alptraum! Zahllose Shotwechsel, in die der Dialog hineinfließt, viel zu schnelle verbale Schlagabtäusche, die es alles andere als leicht machen werden, das Zeitlimit einzuhalten. Ein Untertitel muss mindestens eine Sekunde auf dem Bildschirm zu sehen sein, weil er sonst nicht wahrnehmbar ist; andererseits muss zwischen zwei Untertiteln mindestens ne Brücke von 300 Millisekunden liegen. Ich glaub, ich fahre am besten, wenn ich Luís Vorlage gleich komplett umschreibe. So wie er die Sequenzen gesetzt hat, ergeben Untertitel und Bildsequenzen keinen wirklichen Sinn, ein reines Fiasko. Als ob das nicht schon so eine harte Nuss zu knacken wäre, gilt es zudem noch ein Leitthema für den Kommentar zu finden, eine Kern-Frage also, auf die wir uns strategisch beim Untertiteln beziehen. Eine Sitcom wäre so schön gewesen - perfekter Einstieg ins Genre, Humor ist ohnehin schwer zu handhaben in den Untertiteln, findet man massig Literatur zu. Aber nein, es muss n Teenie-Drama sein. Na schönen Dank. Da hat Luís die Kurve auch nicht mehr kriegen können, als er meinte, er habe den Clip ausgewählt, weil er so schön auf Weihnachten einstimmen würde. Äh...ja. Wir geben das Ding Mitte November ab, nicht Dezember. Sehr seltsam, wie hier alles schon in Adventslaune ist! Es ist beinahe so, als würde man den November gar nicht wahrnehmen. All meine Dozenten reden schon von Weihnachten, Luís gibt uns diesen Clip, Emma denkt über Adventskalender nach und ich frage mich, ob ich was verpasst hab. Wir haben doch noch Oktober, oder?
Nun ja. Jetzt hab ich erstmal ab Montag offiziell "Reading Week", will heißen vorlesungsfreie Woche, in der wir mit unserem Arbeitspensum aufholen können/sollen/müssen. Ich werde die Woche wohl mit Untertiteln zubringen, suuuper. Wobei mir am meisten Sorgen die Spottinglist und der Kommentar bereiten. Wenigstens hab ich die Hausaufgabe für Literary Translation soweit in Sack und Tüten. War ja skeptisch, ob ich den Kommentar nach ihrer Vorstellung verfasst hab, aber so wie's aussieht, will sie wirklich bloß, dass wir uns was aus den Fingern saugen. Und darin hab ich ja ein bisschen Übung ;)
Die Auswertung meines Tutoriums war auch sehr lustig. Meine Tutorin ist eine englische Germanistikprofessorin, eine richtige knuddelige Omi, die in einem sehr chaotischen Büro haust. Sie war mit meiner Übersetzung sehr zufrieden und hat irgendwie keine konkrete Kritik geäußert, was mich verunsichert. Hab keinen Bock, dass sie mir bei der richtigen Bewertung eins reinwürgt. Wir haben uns dann richtig verquatscht und ich glaube, wenn sie etwas wohnlicher eingerichtet gewesen wäre, hätte sie mir Tee und Gebäck angeboten *lach*
Ich liege noch relativ gut im Zeitplan, was mein Arbeitspensum angeht. Es mag mir im Moment viel erscheinen, aber es lohnt sich dann doch, etwas eher diverse Aufgaben anzugehen, anstatt dann auf den letzten Drücker Panik zu schieben. Mich hat heut tatsächlich eine Kommilitonin gefragt, ob ich schon ein Essaythema hätt. Hm. Den müssen wir nächsten Freitag einreichen, also wäre es angebracht, schon ne Idee zu haben, oder? Gestern hab ich dann meine Bibliographie eingereicht, hatte keinen Nerv mehr, tausendmal drüberzugehen und letztlich mehr Fehler einzufügen als auszumerzen. Jetzt liegt's nicht mehr in meiner Macht.
Besonders ermutigend war es heute trotzdem nicht, von Siobhan zu hören, dass wir uns nicht allzu viel ausrechnen brauchen und schon gut wären, wenn wir an die 60% Marke herankämen. Uff. Da wäre ich an der TU schon nahe am Durchrasseln gewesen mit so ner Note. Ist hier ne heftige Bewertung und mir graut vor dem Tag, an dem wir die Ergebnisse erfahren. Bis dahin hab ich aber genug Arbeit, um meine Gedanken darin zu ertränken. Klasse.
Gestern kam dann auch meine amazon Bestellung an, natürlich Unikram für zwei weitere Assignments für Mitte Dezember, die ich nach dem Untertitel-Kram aktiv in Angriff nehmen werde. Wie buchstabiert man gleich noch mal Pause? Keine Ahnung, ist irgendwie ein Fremdwort geworden.
Aber ich beklage mich nicht, es gibt genug Leute, die's schwerer haben als ich.
Sorry, dass die Einträge hier so unilastig sind, aber irgendwie ist es gerade das Umfeld, wo sich mein Leben abspielt. Um mir mal ne Auszeit zu gönnen, bin ich gestern mit Alizé und Morgane ins Kino gegangen. Fantastic Mr. Fox. Schöner trockener Humor, aber auch nicht DER Brüller. Hat mein Hirn aber wenigstens für 1 1/2 Stunden auf Normalstrom laufen lassen. Nächste Woche gehe ich mit Alizé einen drauf machen. Wollen was trinken und "9" anschauen, weil uns alle anderen faulen Erasmussäcke in der Reading Week im Stich lassen und supertolle Ausflüge nach London & Co machen. *grummel* Und ich krieg schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich Arbeit für ein Filmchen oder eine Plauderrunde mit meinen Mitbewohnern liegen lasse. Apropos: Tina hat heute Geburtstag! Hab sie noch nicht gesehen, aber zwei leckere Brownies samt Kerze im Kühlschrank für sie deponiert. Muffins waren leider aus. Aber ich hoffe, sie freut sich trotzdem, wenn sie gegen Mitternacht aus der Bibliothek gestolpert kommt und sich was zu essen sucht.
Na denn...ich muss mich um Ryan und sein Weihnachtstrauma kümmern. Scheiß OC. Sorry, falls ihr die Serie mögt, aber ich hasse sie jetzt schon.
Bis die Tage!
Stoffi